Schul-Sozialarbeit wird PartnerIn unserer LehrerInnen


Empowerment durch (Schul-) Sozialarbeit

Günter H. Brus, Sozialarbeiter und Pädagoge; Mag.a Sandra Jensen, Graz, Projektleiterin Schulsozialarbeit (ISOP); DSA Alfred Kohlberger, Leiter Neustart OÖ

Sicherstellung von Schul-Sozialarbeit an allen Schulen Österreichs

Verankerung von Sozialarbeit als Berufsgesetz

Im Rahmen einer österreichweiten Tagung sprachen sich die Delegierten für einen raschen, weiteren Ausbau von   Schulsozialarbeit an allen Schultypen in Österreich   aus.

Die HauptrednerInnen hoben in ihren Impulsreferaten – eine unbedingte Verankerung von Sozialarbeit als Berufsgesetz und resultierend als Konsequenz – die Sicherstellung von Schulsozialarbeit in allen Schulen Österreichs hervor.


Pilotprojekte als auch Projekte zur Schulsozialarbeit in Österreich gibt es bereits seit mehr als 40 Jahren.

Im XXIV. Regierungsprogramm (2008 – 2013) findet sich der Absatz: „Pilotprojekte der Schulsozialarbeit mit wissenschaftlicher Begleitung sollen für den Bereich der Bundesschulen gefördert und als Best Practise Modelle für die Länder und Gemeinden pilotiert werden.“ 

Die Umsetzung läuft in bundesländerspezifischen Clustern von je 3 bis 4 schulischen Einrichtungen der Sekundarstufe I von 2009 bis 2012. Im Herbst 2011 wurde das Pilotprojekt um je eine Bundes-Handelsschule pro Bundesland erweitert.

Das Metaziel dieses Pilotprojekts „Schulsozialarbeit in Österreich“ sieht eine klare Positionierung von Schulsozialarbeit in Österreich vor.

Als Ergebnis der einzelnen Teil-Projekte wird die unverkennbare Präzisierung von Rollen und Themen der Schulsozialarbeit in Österreich erwartet.

Ersparen wir diesem Pilotprojekt das Schicksal vorangegangener Projekte – das Vergessen, die Einstellung oder die ökonomische Aushöhlung der einzelnen Teil-Projekte! 

Denn, vor allem sollte Schulsozialarbeit „drinnen“ sein, wenn Schulsozialarbeit „auf der Packung draufsteht“!

Populistische Aussagen, dass „…wir Schulsozialarbeit eh´ schon haben …“, halte ich für Etikettenschwindel, der auf dem Rücken der Zielgruppe, nämlich unserer SchülerInnen und Jugendlichen ausgetragen wird.

Das politische Gewissen zu beruhigen kann wichtig sein, das Wohlergehen unserer Kinder zu erleben, birgt unser größtes Glück.

„Der Rücken von (uns) LehrerInnen ist breit“  und viele von uns fühlen sich wie Nachkommen des Titanen Atlas beim Tragen des Schulgewölbes.


Unterrichtsprinzipien umschreiben soziale Schulkultur mit Förderung des Selbstwertgefühles und der Selbstständigkeit von SchülerInnen und LehrerInnen, mit guten sozialer Beziehungen aller Beteiligten und mit konstruktivem Umgang mit Schulstress.


SchulsozialarbeiterInnen helfen und sind eigens dafür ausgebildet, wenn es um   Empowerment (übrigens ein Begriff der Sozialarbeit) von SchülerInnen (und LehrerInnen) geht.


Wir LehrerInnen können wieder die Wissensvermittlung genießen.


Wir SchulsozialarbeiterInnen widmen uns der präventiven und/oder ablindernden Bewältigung von sozialen und persönlichen Problemlagen der SchülerInnen.


Die Angst, dass eine Profession der anderen Profession Arbeit und Job wegnimmt, ist unbegründet.


Die Chance
 lebt, dass eine Profession der anderen Profession Arbeit abnimmt und Jede(r) in seiner Profession (wieder) Höchstleistungen erzielen kann.  


Schulsozialarbeit ist ein weiteres Helfersystem – zusätzlich zu SchulpsychologInnen, zusätzlich zu BeratungslehrerInnen und SchülerberaterInnen, – zusätzlich zu SchulärztInnen und – zusätzlich zu allen jetzt nicht explizit genannten.


Schulsozialarbeit läuft zur Höchstform auf, wenn sie integriert vor Ort agiert.
Nichtsdestotrotz freue ich mich über Schulsozialarbeit, die   additiv,   im Einzugsbereich von Schulen Sozialarbeit anbietet.


Folge 2 zur Schulsozialarbeit widme ich Definitionen und Abgrenzungen zu Schulsozialarbeit, sozialer Arbeit, sozialen Hilfsdiensten und Sozialarbeit.

Nur soviel: Schulsozialarbeit unterstützt und fördert die Befähigung von Kindern und Jugendlichen bei der Erreichung einer für sie und für ihr Umfeld befriedigenden Lebensweise, …


[ Dieser Artikel ist in der Zeitschrift “Kreidekreis”, 10/2011, Dezember 2011, erschienen ]

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